Einmal angelogen ist genug

Einmal angelogen ist genug!

Die TIWAG hat den Menschen in Gries versprochen, dass die Ableitungsstollen im Sulztal vom Beileitungstollen (Stubai-Kühtai) aus hergestellt würden und nicht vom Fischbach und vom Schranbach aus gebohrt und gesprengt und gefräst werde. So hat sie es auch im UVP-Verfahren vorgebracht und so hat sie auch die Baubewilligung  ergattert.

 

Dann aber, nachdem sie die Betroffenen in den Sack gesteckt und den Sack zugemacht hatte, hat sie sich 2023 vom Land Tirol genehmigen lassen, „den Fensterstollen von der Hinteren Sulztalam aus vorzutreiben“. Und das Land, das ist vielleicht noch die größere Sauerei, hat genehmigt.

 

Es fällt schwer zu glauben, dass dies nicht von allem Anfang an so beabsichtigt war.

Powerpoint-Präsentation der TIWAG zu den Wasserfassungen im Sulztal

Das wird in Vent nicht passieren

Beim Zubringerstollen von Vent ins Kaunertal arbeitet die TIWAG mit dem selben Schmäh. Wieder gibt sie vor, dass vom Kaunertal aus bis ins Ventertal gebohrt und gesprengt und gefräst werden würde und das gesamte Ausbruchmaterial zum Gepatschstausee abtransportiert würde.

Aus den Einreich-Unterlagen der TIWAG zum Ausbau des Kaunertalkraftwerks

Die gute Nachricht ist: Die TIWAG braucht gar nichts abzutransportieren. Und nichts zu bohren und zu sprengen und zu fräsen. Weil sie das Wasser aus dem Ötztal nicht bekommt.

25.4.2024

TIWAG droht mit Moor-Transplantation

Die TIWAG droht ernsthaft damit,
das Platzertal-Moor auszubaggern …

… und im hintersten Talabschnitt drinnen, zweihundert Höhenmeter weiter oben, auf Kunststofffolien neu auszulegen.

So eine Transplantation ist Humbug. Laut dem Moorexperten Harald Zechmeister von der Uni Wien ist sowas gar nicht möglich, „sondern führt zum Absterben des Moores“.

Operation gelungen, Patient tot.

 

Gäbe es dort, wo die TIWAG das Moor neu ansiedeln will, geeignete Lebensbedingungen für ein Moor, dann wäre dort schon längst eines entstanden. So sieht das auch die Tiroler Umweltanwaltschaft: „Das künstliche Anlegen eines Niedermoores in Bereichen, in denen die Voraussetzungen einen Fortbestand nicht zulassen werden, ist schlichtweg Verschwendung.“

24.4.2024

Auch der DAV ist gegen Ableitungen

Auch der Deutsche Alpenverein fordert
den Schutz der Venter und der Gurgler Ache

Der DAV besitzt und betreibt allein in der Gemeinde Sölden zehn (!) Alpenvereinshütten. Und er spricht sich ebenfalls gegen den Ausbau des Kaunertalkraftwerks der TIWAG aus.

23.4.2024

Längenthalalpe: Rangordnung im Grundbuch

Lustig.
Oder auch nicht.

Während die TIWAG seit vier Jahren im Kühtai fuhrwerkt wie verruckt, Tiefbau, Hochbau, Bergbau, das Längental als ganzes umgräbt und umkrempelt, gehört ihr das bereits komplett verwüstete Tal laut Grundbuch gar nicht. Sondern immer noch der Agrargemeinschaft Längenthalalpe.

Das von der TIWAG in Beschlag genommene Tal besteht aus zwei riesengroßen Grundstücken der Agrargemeinschaft Längenthalalpe mit zusammen über 1100 ha; rechts im Bild der Stausee Finstertal, oben der ebenfalls seit 40 Jahren bestehende Speicher Längental.

Der Kauf des Tales, Grundstücke 6711/1 und 6713, ist, so es denn „schon“ einen Vertrag gibt, bis heute nicht verbüchert. Noch im April 2024 gibt es lediglich eine zwischenzeitlich wohl schon verlängerte „Rangordnung für die Veräußerung“, derzeit gültig bis 2. Jänner 2025. Eine solche bedeutet lediglich das Einverständnis der Agrargemeinschaft zur Anmerkung einer beabsichtigten Veräußerung im Grundbuch.

Grundsätzlich ist eine solche Anmerkung immer nur 1 Jahr gültig, weil üblicherweise ein beabsichtigter Kauf mit allen Formalitäten und der Entrichtung des Kaufpreises ja unschwer in einem Jahr erledigbar ist.

 

Was steckt hinter dieser Trickserei?

22.4.2024

Attraktion Kühtrainschlucht vor 80, 90 Jahren

Gurgler Ache und Venter Ache

Schon vor 80, 90 und mehr Jahren Jahren war die Kühtrainschlucht mit den in Zwieselstein zusammengeflossenen Gurgler und Venter Achen eine auch touristische Attraktion.

Das wird sie auch in 80, 90 und mehr Jahren noch sein.

21.4.2024

Diese Seite gibt es seit genau 300 Tagen. Heute mit dem 300. Beitrag. 

Ein Verbrechen

Ein Verbrechen

Angenommen,

wir ließen es zu,

dass die TIWAG die Wassernutzungsrechte

auf die Gurgler und die Venter Ache

und damit auch auf deren Zubringerbäche,

allein einunddreißig mittlere und große an der Zahl,

erhielte,

sagen wir 2025,

dann hieße das,

dass die Rechte 90 Jahre lang,

das wäre bis zum Jahr 2115,

für das Ötztal verloren wären.

 

Wenn wir das zuließen,

wäre das

ein unverzeihliches Verbrechen

an der nächsten,

der übernächsten

und der überübernächsten Generation.

Ein Verbrechen.

20.4.2024

Ein Butterbrot für die Gemeinden

Was ist das?

Das ist das, was die vielen TIWAG-geschädigten Gemeinden landauf landab jährlich als „Abgeltung“ bekommen. Und wofür sie auch noch dankbar sein sollen.

 

Dabei gab es einmal, lange her, einen kleinen Tiroler Bezirksabgeordneten, der das ändern wollte. 2007. Anlehnung an das Schweizer Modell, wo die Gemeinden das Dreifache an Bargeld erhalten und kostenlos Strom noch dazu.

 

Man hat später nichts mehr gehört von ihm. Leider.

Wo mag der wohl verschollen sein? Die wirklich guten Leute lässt man in Tirol halt nichts werden.

 

Wenn dieser Abgeodnete einmal in eine gescheite Position gekommen wäre, etwa als für die TIWAG zuständiger Wirtschaftslandesrat in der Tiroler Landesregierung oder gar – nennt mich verrückt! – Landeshauptmann und TIWAG-Eigentümervertreter, dann wäre längst etwas daraus geworden.

Rundschau, 5.9.2007

Ein bisschen Marmelade aufs Brot wäre das für die von den bestehenden Kraftwerksanlagen betroffenen Gemeinden und für die von den in Bau befindlichen in Matrei und im Kühtai.

 

Mit dem Projekt Kaunertal hat das nichts zu tun. Das wird nämlich nicht gebaut.

19.4.2024

Die Platzertal-Lüge

Die Platzertal-Lüge

Die TIWAG könnte einen Speicher im Platzertal, wenn schon, locker vom Gepatschstausee im Kaunertal aus „bespielen“, hinauf und herunter, ganz ohne zusätzliches Wasser aus dem Ötztal.

Aber das interessiert sie nicht.

 

Weil sie das Wasser aus dem Ötztal in Wahrheit für ganz was anderes haben möchte. Es sollte über ihre bestehenden Geldmühlen (Turbinen) in Prutz und in Imst laufen und dann noch über die in Haiming geplante.

Ich täte Haiming, das 400-500 Millionen kosten würde, ja nicht bauen, denn das dafür benötigte Ötztaler Wasser wird es nicht geben.

18.4.2024

Danke für alle Zuschriften, Informationen, Hinweise, Fotos usw.

 m.wilhelm@tirol.com

So zieht die TIWAG ihre Renaturierung durch

Am Beispiel Hauerbach und Lehnbach in Längenfeld

So brutal zieht die TIWAG ihre „Renaturierung“ durch

So sah der Hauerbach samt Entenfamilie vor der Misshandlung durch die TIWAG aus (links), so wurde nebenan der Lehnbach im Zuge des „Gewässerschutzpakets“ der TIWAG kanalisiert (Mitte): Beton, Baustahl, Kunststoffvlies. Und so sah er kürzlich – ohne Wasser und voller toter Forellen – aus (rechts).

Diese Zerstörung nennt sich „Ausgleichsmaßnahme“ für die Zerstörungen im Kühtai.

17.4.2024

Auch der Naturpark Ötztal sagt Nein zum Kraftwerk Kaunertal

Auch der Naturpark Ötztal sagt Nein
zu den Ableitungen aus dem Ötztal

Der Naturpark Ötztal ist der mit 510 Quadratkilometern zweitgrößte Naturpark Tirols und der drittgrößte Österreichs. Er vereint alle Schutzgebiete des Ötztals und erstreckt sich von der Talsohle bis ins hochalpine vom Gletschereis geformte Gelände.

 

Zu den Mitgliedern des Vereins zählen die sechs Ötztaler Gemeinden Sölden, Längenfeld, Umhausen, Oetz, Sautens und Haiming, der Ötztal Tourismus, die Österreichischen Bundesforste, der Österreichische Alpenverein und das Land Tirol (Abteilung Umweltschutz).

16.4.2024

Der TIWAG ist kein Wort zu glauben

Der TIWAG ist kein Wort zu glauben

All die Jahre herauf hat die TIWAG den Stubaiern hoch und heilig versprochen, vom Stubai aus würden für die Ableitungen keine Stollen gesprengt und gebohrt. Diese würden ausschließlich vom Kühtai aus vorgetrieben. Und es werde im Stubai auch keine Deponie für das Ausbruchsmaterial geben.

 

Das hat die TIWAG den Stubaiern jahrelang in sogenannten Newslettern – „Geschätzte Neustifterinnen und Neustifter!“ – erzählt.

Mit diesem Versprechen ist sie jahraus jahrein auch durchs Stubai getourt.

Wie gut, dass die dort gezeigte Powerpoint-Präsentation hier archiviert ist!

Auch im Umweltverträglichkeitsverfahren hat die TIWAG noch behauptet, dass die Ableitungen  von Fernaubach, Unterbergbach und Daunkogelfernerbach vom Hauptstollen aus vorgetrieben würden und kein Ausbruchmaterial im Stubai verbleiben werde. So wurde es dann auch im Bewilligungsbescheid des Landes für den Ausbau des Kraftwerks Kühtai festgeschrieben.

 

Jetzt ist alles anders. Jetzt sollen die Stollen plötzlich vom Stubai aus gesprengt und gefräst werden. Und das Ausbruchmaterial dort auf 3,4 Hektar endgelagert werden.

 

Um sich ihre Akzeptanz für die Ableitungen zu erschleichen, sind die Stubaier gelinkt worden. Aufs Kreuz gelegt, hinters Licht geführt, übers Ohr gehauen worden. Wie auch immer.

Sie sind schlicht angelogen worden.

Merke: Ein Wort der TIWAG gilt nichts.

Ein Bescheid des Landes ist nur ein Stück Papier.

15.4.2024

Gries: Das war einmal

Das war einmal

„Endstation für Streß und Hektik“ … „Ruhe und Erholung“ … „Natürliche Landschaft, fast noch unberührt“ … „rauschende Gebirgsbäche“ (Gries-Prospekt 1993)

14.4.2024

Ein Wunder! Ein Wunder!

Ein Wunder! Ein Wunder!

Einheimischen in Pfunds war am vergangenen Donnerstag so gegen Mittag aufgefallen, dass der Inn – sonst aufgrund der Ausleitung bis Prutz hinunter ein jämmerliches Rinnsal – plötzlich deutlich mehr Wasser führte.

Was war geschehen? Ein Wunder wie bei Moses im Alten Testament?

Es war nicht Moses, der auf den Felsen geklopft hatte, es war die TIWAG, die den Hahn aufgedreht hat. Der Grund: Die Tiroler Landesregierung traf sich im Oberen Gericht mit der Regierung Graubündens zur Besichtigung des Grenzkraftwerks. Und da hat man den Politikern vorgegaukelt, wie schön der Inn doch noch trotz GKI-Ausleitung fließt.

Keine Ausschläge der Wasserführung bei der Kajetansbrücke in Pfunds in den Tagen vorher, aber mehr als 50 Prozent mehr Inn beim Besuch der Landesregierung.

So gesehen täten die Menschen im Oberen Gericht fast bitten, dass die Politiker öfter kämen, wenn möglich täglich. Damit der Inn nicht nur wie ein Fluss ausschaut, sondern auch Lebensraum ist „für die Gemeinde und ihr Vieh“ (Buch Mose).

13.4.2024

Die Alten haben’s gewusst in Umhausen

Die Alten haben's gewusst

Bei der seinerzeitigen Bauverhandlung am 25. September 1971 „betreffend die Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz“ haben sich die Umhauser massiv gegen die Ableitung des Horlachbaches ins Kühtai ausgesprochen. Aus gutem Grund.

Die Politik ist drübergefahren. Mit vorausgesagten Folgen.

Es war aber nicht die Natur, die Opfer gefordert hat, sondern die TIWAG.

12.4.2024

Klarstellung Gegner

Klarstellung

Wir sind nicht die Gegner.

Wir sind die Befürworter. Die Erhalter. Die Retter.

 

Das sind die Gegner.

Die Zerstörer. Die Hinmacher. Die Zugrunderichter.

11.4.2024

Zuggerle für die Gemeinden

Die Gemeinden im Oberland bluten wie verruckt

Die massiven Eingriffe der TIWAG im Kaunertal, im Oberen Gericht, im Pitztal, im Ötztal, im Kühtai bringen den geschädigten Gemeinden bestenfalls ein Zuckerl, gemessen am Gewinn, den die TIWAG heraushaut, ein Pappenstiel. Nicht einmal ein Pappenstiel.

In einer gerechten Welt sähe das anders aus.

Der durchnittliche Verkaufspreis einer Megawattstunde (MWh) an der Börse lag im Jahr 2023 bei 70 Euro, für Spitzenstrom noch wesentlich höher. Das heißt, die Gemeinden, die für das Kraftwerk Kühtai „abliefern“, bekommen alle zusammengenommen ein Dreißigstel davon oder noch weniger.

Dafür schüttet die TIWAG Dividenden aus. An das Land. Die fließen ins Budget und verschwinden dort. Beziehungsweise werden für die größten Unsinnigkeiten, die man sich vorstellen kann oder nicht vorstellen kann, verwendet. Pardon: verschwendet.

Deshalb, aufgrund dieser garantierten Zuflüsse in Zigmillionenhöhe Jahr für Jahr, sind die Regierungsparteien, egal wie sie heißen, egal wen man wählt, immer für noch mehr Kraftwerksbauten.

 

Das ist ein Nachteil, wenn das alles dominierende Energieunternehmen dem Land gehört.

8.4.2024

Guido Mangold Porträt Ventertal

Der vielfach ausgezeichnete deutsche Spitzenfotograf Guido Mangold, der Künstler wie Joseph Beuys, Georg Baselitz oder Louis Armstrong und Politiker von der Queen Elisabeth über Konrad Adenauer bis zu John F. Kennedy porträtiert hat, hat auch das Ventertal und die Venter Ache mehrfach meisterhaft „porträtiert“.

„Das Ötztal“ von Guido Mangold (Fotos) und Alfred Komarek (Texte), Haymonverlag, Innsbruck 1999

6.4.2024

Wie sich die TIWAG wichtige Leute ködert

Wie sich die TIWAG die für sie wichtigen Leute ködert

Anhand von vier Beispielen rund um den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Kühtai 2

Wichtig ist der Obmann der Agrargemeinschaft Längentalalpe. Er hat die Kantine für die Arbeiter im Kühtai bekommen und zu diesem Zweck ganz schnell im Mai 2021 mit zwei weiteren Personen die LEG Kantinenbetrieb Kühtai OG gegründet. Er ist auch Gesellschafter und Geschäftsführer der Erdbau und Deponie Kühtai GmbH.

Befangen als Gemeinderat der Projektgemeinde Haiming fühlt er sich aber nicht.

Wichtig ist der Bürgermeister der Projektgemeinde Längenfeld. Er hat als Unternehmer (15 Bagger, 20 LKWs) fürs erste fette Aufträge bei der Baustelleneinrichtung im Sulztal und beim Rückhaltebecken in Gries einfahren können.

 

Wichtig ist auch der Vizebürgermeister der Projektgemeinde Längenfeld. Der Großauftrag für Elektroarbeiten beim Krafthaus in Kühtai ist offenbar an seine Firma gegangen.

 

Die politischen Vertreter der Gemeinde Längenfeld haben sich nicht quergestellt dagegen, dass jetzt auf einmal der Fischbach-Zuleitungsstollen vom Sulztal aus gebohrt und gesprengt wird.

 

Wichtig ist „der Klier“ im Stubai, amtlich: die „Wintersport Tirol AG & CO Stubaier Bergbahnen KG“. Erinnerlich ist vielleicht noch, wie sie die von ihr szt. vorgebrachten schwerwiegenden Einwendungen gegen die geplanten massiven Eingriffe vier Tage vor der mündlichen UVP-Verhandlung in einem „Parteienabkommen“ mit der TIWAG fallen gelassen hat.

Dem Klier waren vorher hübsche jährliche Entschädigungszahlungen der TIWAG für die gesamte Bestandsdauer des Kraftwerks zugestanden worden.

 

Jetzt, da die TIWAG – entgegen allen Versprechungen – doch vom Stubai aus die Fensterstollen aus dem Berg sprengen will, hört man auch keinen Aufschrei des Liftbetreibers. Er soll dafür eine schöne Verbesserung der Piste im Bereich von ca. 3 ha bekommen. Das gesamte Ausbruchsmaterial (160.000 m³) wird nämlich in einen im Skigebiet bestehenden Geländegraben verbracht. „Der Deponiekörper“, verspricht die TIWAG, „wird nach Abschluss der Arbeiten standorttypisch gestaltet.“

Standorttypisch kann hier nur heißen: Skipiste. 

Im hier gelb markierten Bereich hat die TIWAG versprochen, dem Klier die bestehende Skipiste zu verbreitern und zu verbessern.

5.4.2024

Danke für alle Zuschriften, Informationen, Hinweise und Fotos.

 m.wilhelm@tirol.com

Framing „grüne Batterie“

Framing

Ungefähr das, was man früher Wording nannte, eine manipulative Sprachregelung in der Öffentlichkeitsarbeit, nennt man jetzt oft Framing.

„Durch das Framing wird Einfluss darauf ausgeübt, wie eine Sache betrachtet wird oder wie jemand über eine Sache denken soll. Es wird also bewusst versucht, das Denken über eine Sache zu beeinflussen oder zu manipulieren“. (Wikipedia)

Ein schönes, nein, ein schreckliches Beispiel dafür ist, wenn die TIWAG Pumpspeicherkraftwerke „grüne Batterien“ nennt. Wie jüngst bei einem „Vortrag“ beim Lions Club Reutte.

Das, was im Kühtai gesprengt und gebaggert und gebaut wird, hat mit einer „grünen Batterie“ nichts, aber schon gar nichts zu tun:

  • Hier wird Lebensraum für Mensch, sowie für unzählige Tier- und Pflanzenarten in gewaltigem Ausmaß zerstört.
  • Hier wird das Wasser zu einem großen Teil mit schmutzigen Billigstrom (Kohle, Atom) hinaufgepumpt.
  • Hier wird zum Hinaufpumpen um rund 30 Prozent mehr Energie benötigt, als durch das Herunterlassen erzeugt werden kann.

Funfact am Rande: Wolfgang Stroppa, der Projektleiter der TIWAG für den Kaunertal-Ausbau, ist beim Lions Club Westtirol für Club Kontakte und PR zuständig.

4.4.2024

Die TIWAG-Agentur ist schon in Osttirol gescheitert

Auch in Osttirol ist die TIWAG-Agentur
schon krachend gescheitert

Die Agentur, die für die TIWAG den Kaunertal-Ausbau gegen den Willen der einheimischen Bevölkerung doch noch irgendwie erzwingen soll, war auch schon für die Durchsetzung des Kraftwerksprojekts an der Oberen Isel engagiert worden. Die „Clavis Kommunikationsberatung“ hieß damals noch „wikoprevent“, kurz „wiko“, arbeitete aber mit den gleichen Methoden wie heute. Was sie jetzt „Informationsdialog“ nennt, hieß damals „Dialog mit Wirkung“.

Dialog gab es auch dort schon keinen. Es wurde ein sogenannter „Iselrat“ installiert zum Zweck, die Bevölkerung herumzubekommen. Die Gegner des gigantischen Ausleitungsprojekts im Virgental haben das Spiel freilich schon nach wenigen Sitzungen durchschaut („Im Iselrat sind wir zwei Stunden von den Planern nur berieselt worden.“) und sind ausgestiegen.

So geht es der TIWAG und ihrer Begleitagentur jetzt ja auch bei den „Informationsdialogen“ in Prutz, in Landeck und in Längenfeld. Immer mehr Teilnehmer ziehen sich von den dort dargebotenen Monologen zurück.

 

Der Osttiroler Journalist Gerhard Pirker hat das, was im „Iselrat“ unter dem schönen Titel „Dialog mit Wirkung“ abgegangen ist, 2012 überaus treffend kommentiert:

„Im Virgental klären sich endgültig die Fronten. Mit dem Auszug von Adolf Berger, Reinhold Bacher und Gerlinde Stocker aus dem mit viel Trara von den Kraftwerksprojektanten ins Leben gerufenen „Iselrat“ wird dieses Gremium endgültig seinem eigentlichen Zweck überlassen: der Bevölkerung des Tales Mitbestimmung vorzugaukeln und damit den Boden für ein positives Kraftwerksvotum im Herbst aufzubereiten. Von Innsbrucker PR-Agenturen gesteuerte „Bürgerforen“ und Webkommentare, salbungsvoll und sorgfältig formulierte Sonntagsreden, gezielt ausgewählte Videointerviews, zugekaufte Trendforschungen und einige Alibigegner in einem völlig macht- und einflusslosen Gremium sind kein Ersatz für echte Bürgerbeteiligung. (…)

Um Skeptiker zu überzeugen, wird ein in so kleinen Ortschaften nie dagewesener PR-Aufwand getrieben, teuer, professionell und mit einem einzigen Ziel: die „Zustimmung der Mehrheit“ zu suggerieren und damit am Ende, in der Wahlzelle, manch unentschlossenen Virgentaler zum Mitläufer zu machen.“

Gerhard Pirker ist Herausgeber und Chefredakteur von dolomitenstadt.at  

 

Die Agentur ist in Osttirol grandios gescheitert. Das Projekt wurde von der Bevölkerung verhindert. Clavis kann das schon einmal als Blaupause nehmen. Es wird ihr im Tiroler Oberland nicht anders ergehen.

2.4.2024

So sieht es nach der Ausleitung am Oberen Inn aus

So sieht es nach der Ausleitung am Oberen Inn aus
Dasselbe würde auch der Ötztaler Ache drohen

Ich habe eine aktuelle Zustandsbeschreibung aus dem Oberen Gericht erhalten, wo der Inn bekanntlich bis zum Kraftwerk der TIWAG in Prutz ausgeleitet wird und im Bachbett nur mehr ein Rinnsal verblieben ist, ein R-Inn-sal.

 

Hier Fotos und Zitate aus dem Bericht „Inn-Fluß degradiert zum Abwasserkanal“ an mich:

 

„Das sind Bilder vom aktuellen Zustand am Inn, welcher nun das Ergebnis der Wasserableitung durch das GKI ist.“

„Der Innfluß ist durch das GKI im Oberen Gericht zu einem kläglichen Rinnsal degradiert worden, und weil die vorhandenen Kläranlagen natürlich nicht im Stande sind, die saisonsbedingten Abwasserschwankungen entsprechend zu reinigen, rinnt nun als Folge davon das nur zum Teil gereinigte Abwasser in das verbliebene kleine Rinnsal ‚Inn-Fluß‘.“

 

„Da bekommt man nun an manchen Uferstellen mit dem angespülten Schaum den Eindruck, als ob man an einer Waschküche stehen würde.“

„Abgesehen von dem gesunden Fischwasser! Da vergeht einem der Appetit auf den Fisch am Teller.“

„So ähnlich wird es dann auch im Ötztal, wenn dann das Wasser der Ache nur mehr durch die Turbinen in Prutz rinnt.“

 

Wird es nicht!

Das werden die Menschen im Ötztal zu verhinden wissen.

1.4.2024

Warum „unser“ Strom so teuer ist

Warum „unser“ Strom so teuer ist

Die TIWAG verkauft den aus unserem Wasser in den TIWAG-Kraftwerken erzeugten Strom – aufpassen! – zum Börsenpreis an die hausinterne TIWAG-Abteilung Handel/Vertrieb!

 

Das hat sie als beklagte Partei selbst vor Gericht ausgesagt:

Dazu fällt mir beim besten Willen kein Kommentar mehr ein.

31.3.2024

Dann soll sie halt klagen

Dann soll sie halt klagen

Wenn die TIWAG glaubt, dass irgendetwas auf dieser Seite nicht stimmt oder gar unwahr ist, dann soll sie es halt wieder einmal mit einer Klage bei Gericht versuchen. So wie sie es 1988 schon probiert hat.

 

Sie hat mich damals wegen Kreditschädigung geklagt, unter anderem, weil ich ihre (ja, damals auch schon) brutalen Methoden zur Durchsetzung von Kraftwerksprojekten kritisiert habe:

Aus der Klagschrift der TIWAG 1988

Im Verfahren selbst konnte ich das rücksichtslose Vorgehen der TIWAG mit einigen sehr treffenden Beispielen belegen, etwa mit dem Sager eines TIWAG-Aufsichtsrates, der in Bezug auf das umkämpfte Projekt Dorfertal von Kals gedroht hatte, den Kraftwerksgegnern „die Wadln virchi zu richten“. Oder der Ankündigung des damaligen TIWAG-Chefs Meinrad Praxmarer gegen den widerständigen Vorsitzenden der Nationalparkkommission: „Mandl, mit dir wear mir a no fertig wearn!“

 

Vor Gericht argumentierte die TIWAG, sie müsse aufgrund meiner kreditschädigenden Äußerungen eine millionenteure Imagekampagne starten, um ihren Ruf in der Öffentlichkeit wieder herzustellen. In Wahrheit hat sie sich den größten Schaden freilich durch den Prozess selber zugefügt.  

 

Er ist nicht gut ausgegangen für sie. Sie hat das Verfahren in allen Anklagepunkten in beiden Instanzen verloren. Der Richter hatte befunden: „Der Beschuldigte hat eine Reihe von Unterlagen vorgelegt, die tief blicken lassen.“ Bezüglich zweier angebotener Beweisstücke für Lügen der TIWAG heißt es im Urteil: „Beide Quellen deuten eindeutig auf von der Privatklägerin geäußerte Unwahrheiten hin.“

Zu guter letzt war es umgekehrt und die TIWAG musste sich sogar bei mir in aller Form entschuldigen.

Sie hat es 15 Jahre später noch einmal, wenn auch genauso erfolglos, mit einer noch viel fetteren Klage versucht. (Dazu ein anderes Mal).

Und sie kann es, wie gesagt, ja ein drittes Mal probieren. Glück auf!

29.3.2024

Was wäre wenn (Geschiebe-Einstöße in die Rest-Ache)

Was wäre wenn

Was wäre, wenn es der TIWAG gelänge, die Gurgler und die Venter Ache abzuleiten? Sicher, das ist unrealistisch wie nur was, aber die Folgen, die wären sehr realistisch.

 

Von links und von rechts würden unterhalb der vorgesehenen Wasserfassungen weiterhin Gebirgsbäche, teilweise von Gletschern gespeiste, in die nur mehr Niederwasser führende Ötztaler Ache hineinschießen mit allem, was sie so mit sich bringen. Wir reden hier von gigantischen Mengen Geschiebemateral von allen Seiten, das die Transportfähigkeit der verbliebenen Rest-Ache bei weitem überfordern würde. Dazu braucht es nicht einmal Unwetter oder Mureneinstöße. Heißt: Die Feststoffeinträge (wie die Fachleute sagen) der einmündenden Bäche blieben im Bachbett der Ache liegen bis … ja, bis …! Sie hätte nicht die Kraft es auszuputzen. So wie sie es derzeit kann und macht.   

Im Falle von Hochwasser oder wenn die Wasserfassungen in Vent und Gurgl zu sind oder von der TIWAG zugemacht werden, donnert das ganze angehäufte Geröll und Geschiebe, der Lettn und der Schoder, die Bachsteine und das Schwemmholz talauswärts. Die besonders Leidtragenden wären die Unterlieger, die Menschen in Längenfeld, Umhausen, Oetz.

 

Soviel zum Thema Hochwasserschutz durch Ableitungen.

Wie gut, dass dieses Szenario unrealistisch ist.

27.3.2024

„Vorfrühling im Ventertal“ Gemälde

„Vorfrühling im Ventertal in Tirol“

Öl auf Leinwand

von Julius Richard Weixlgärtner

J.R. Weixlgärtner war ein österreichischer Landschaftsmaler (1849 – 1912).

Dieses Gemälde – vermutlich rund um 1880 entstanden – zeigt die Venter Ache zwischen Winterstall und Vent mit der Thaleitspitze im Hintergrund.

So wie die Venter Ache hier rauscht und tost und schäumt, so wird sie noch lange rauschen und tosen und schäumen. 

26.3.2024

Geschätzte Längenfelder, wir haben euch angeschmiert

Wir haben euch angeschmiert!

Tut uns das leid? Nein, gar nicht. Wir haben erreicht, was wir wollten.

 

Jahrelang und noch im ganzen UVP-Verfahren haben wir euch glauben lassen, der Stollen für den Wassereinzug des Fischbaches werde vom Kühtai, vom Hauptstollen aus erfolgen und nicht vom Sulztal aus. Und ihr, geringgeschätzte Längenfelderinnen und Längenfelder, seid darauf hereingefallen. Dankeschön.

 

Das war das, womit die TIWAG sich eure Akzeptanz für das Vorhaben erschlichen und die behördliche Bewilligung zum Bau erhalten hat:

War ein Schmäh!
Das hätte nämlich auch geheißen, dass das ganze Ausbruchsmaterial für die Fischbach-Ausleitung sofort und direkt durch den Beileitungstunnel ins Kühtai abtransportiert wird. Hätte, hätte, Lügenkette.

 

Die TIWAG ist dann aber mitten im Bau des Kraftwerks Kühtai mit ihrer wahren Absicht herausgerückt und hat beantragt, den 400 Meter langen Verbindungstollen doch vom Sulztal aus im Sprengvortrieb zu errichten. Was ihr auch, UVP-Verfahren (2009–2016) hin oder her, vom Land Tirol genehmigt worden ist.

Jetzt wird vom Sulztal aus gebohrt, geladen und gesprengt. Und das gesamte Ausbruchmaterial, das sind an die 50.000 m³, wird bei der Hinteren Sulztalalm auf einer Fläche von eineinhalb Fußballfeldern deponiert. „Zwischengelagert“, wie es derzeit heißt.

Aber wer glaubt der TIWAG noch irgendetwas?

25.3.2024

Perpetuum mobile der TIWAG

Eine bahnbrechende Erfindung der TIWAG

Toll! Nach der Stromproduktion im Kraftwerk Silz bringt die Sonne das Wasser aus dem Ausgleichsbecken in Stams gleich wieder ins Kühtai hinauf.

Hoffentlich hat die TIWAG sich dieses regionale perpetuum mobile schon beim Patentamt registrierten lassen- bevor es andere machen.

24.3.2024

Das „Gewässerschutzpaket“ der TIWAG für die Fisch‘

Das „Gewässerschutzpaket“ der TIWAG für die Fische

Ist für die Fisch‘.

 

Ist für die Fisch‘ der sichere Tod.

Die Fischwanderhilfen der TIWAG sind bei Niederwasser führender Ache ohne Wasser. Die Fische kommen aus den höhergelegenen Becken nicht mehr zurück.

Komplette Fehlkonstruktion. Sündteure Alibi-Aktion. Die Fische verrecken elendiglich.

 

Todeszone statt „Neuer Lebensraum für die Fische“.

TIWAG-Ankündigung 2022

Diese „Renaturierung“ wurde von der TIWAG als ökologische Ausgleichsmaßnahme „für unser Großvorhaben im Kühtai“ gefeiert.

Alle Aufnahmen vom 19. März 2024

21.3.2024

Wenn der TIWAG-Vorstand einen auf Biologe macht

Wenn der Technik-Vorstand der TIWAG
einen auf Biologe macht

Dann geht das in die Hose.

Alexander Speckle kommt aus dem Ingenieurbüro ILF. Er ist im TIWAG-Vorstand für Anlagenplanung und -ausführung zuständig.

Offenbar als Experte für eh alles breitet er in einem Schreiben an Landeshauptmann Mattle auch sein Wissen über die Moorlandschaften im Platzertal aus. Und übernimmt sich dabei ordentlich.

 

Der Ökologe Univ.-Doz. Dr. Armin Landmann, der seit 50 Jahren u.a. die Tiroler Moore und deren Lebensgemeinschaften untersucht, hat Speckles Behauptungen auf Anfrage einer kurzen Überprüfung unterzogen.

Dipl.Ing. Alexander Speckle: Vom Speicher im Platzertal sind insgesamt 7,26 ha nicht zusammenhängende Kleinseggenriede und Quellfluren betroffen. Bei diesen weniger als 1 ha handelt es sich um von Grund- und Hangwasser beeinflusste Niedermoore, jedoch nicht um von Regenwasser gespeiste Hochmoore.

Univ.-Doz. Dr. Armin Landman: In dieser Aussage zeigt sich das mangelnde ökologische Verständnis und der unzulässige Relativierungsversuch von Herrn Speckle. Auch wenn manche Moorteile im Platzertal durch dazwischen liegende andere Vegetationstypen räumlich etwas getrennt sind, so bilden sie selbstverständlich funktionell eine zusammenhängende Einheit, deren Teile vor allem durch den Talbach mit seinen natürlichen Uferzonen verbunden sind.

Armin Landmann

Speckle: Der Feuchtflächenkomplex im Platzertal kann aufgrund der überwiegend geringen Moorbodenmächtigkeit  – großteils unter 5 cm, kleinflächig über 30 cm – keinen nennenswerten Beitrag zur CO2-Speicherung leisten. Das steht insbesondere in keinem Verhältnis, wenn man vergleicht, wie viel CO2 reduziert wird, wenn man die Wasserkraft im Kaunertal nutzt: Das sind nämlich pro Jahr mindestens 300.000 Tonnen CO2 weniger.

Landmann: Ich möchte hier nicht näher auf die – auch wissenschaftlich wenig reflektierte – CO2-Hysterie und die Milchmädchen-Rechnung mit der angeblichen CO2 Bilanz des KW Kaunertal eingehen. Vielleicht sollte sich Herr Speckle aber einmal informieren, wie und woraus die meisten Produkte für Bau und Betrieb von Kraftwerken hergestellt werden (Stichwort Petrochemie!) und einmal kalkulieren, wie viele Tonnen CO2 allein im Zuge des Baus in Hochlagen (Stichwort z.B. LKW- Verkehr) freigesetzt werden.

Unabhängig davon spiegelt die Aussage nur die Ignoranz und den Mangel an Argumenten von Speckle wider: Viele der typischen Moore der Hochalpen sind relativ jung und haben daher (noch) geringe Torfmächtigkeiten. Das als Freibrief für die Zerstörung alpiner Niedermoore aufzufassen, ist geradezu obszön.  Als ob Moore und Feuchtgebiete plötzlich nur mehr wegen ihrer CO2 Speicherung schutzbedürftig wären und nicht vor allem wegen ihrer überregionalen Bedeutung und Einflüsse auf Landschaftsbild, Wasserhaushalt, Erholungswert, Tiere und Pflanzen.

Speckle: Zudem ist eine Reihe von speziellen Ausgleichsmaßnahmen auf in Summe 19 ha Fläche vorgesehen: Renaturierung und Erhaltung des ca. 6 ha großen Piller Moors im Pitztal sowie Verbesserung des ökologischen Zustandes ausgewählter Feuchtgebietsflächen im Umfeld des Platzertals mit in Summe ca. 11 ha.

Landmann: Komplexe Lebensgemeinschaften sind nicht einfach beliebig im Raum verschiebbare Schachfiguren! Realistisch betrachtet, ist bei größeren Eingriffen ein wirklicher Ersatz oder Ausgleich für die Beeinträchtigung sensibler Schutzgüter nicht zu schaffen. „Ausgleichsmaßnahmen“ sind daher meist nur kosmetische Ablenkungsmanöver. Der Begriff ist vor allem dann unangebracht, wenn fernab von den Eingriffsflächen Maßnahmen für andere als die betroffenen Lebensraumtypen (z.B. Piller Hochmoor in der Waldstufe vs. flächige Überstauung alpiner Quellfluren und Niedermoore) angeboten werden.

Speckle: Eine weitere Ausgleichsmaßnahme ist die Neuanlage eines sogenannten Kleinseggen- und Quellflurkomplexes direkt an der Stauwurzel im Platzertal.  

Landmann: Es ist wie gesagt ökologisch unbedarft zu glauben, Biotope und Lebensgemeinschaften unterschiedlicher Raumkonnexe und abiotisch-biotischer Bezüge einfach gegeneinander „aufrechnen“ bzw. „verlegen“ oder „neu anlegen“ zu können. Einmal abgesehen davon, dass die vorgesehene „Ausgleichsfläche“ im hintersten Talgrund des Platzertals schon flächenmäßig nur einen unzureichend kleinen Teil der direkt zerstörten „Originalbiotope“ ausmachen würde, ist es – gelinde gesagt – „überoptimistisch“, an einem Standort, der von der Höhenlage, den bodenkundlich, topografischen sowie kleinklimatisch abweicht (und zudem ungünstiger, weil extremer ist), die Lebensraumverhältnisse, Raumbeziehungen, Vegetationsmuster und vielfältigen Tiergemeinschaften und deren Beziehungen zueinander einfach „nachbauen“ zu können.

20.3.2024

Platzertal Verlagerung in den Winter

Was immer auch geschieht:
Die TIWAG bleibt bei ihrer Propaganda

Als die TIWAG die anfänglich ins Auge gefassten Speicherstandorte Rofental und Rifflsee aufgeben musste und – vorübergehend – das hintere Taschachtal als wieder einmal optimale Lösung präsentierte, hat sie das im Vergleich mit den früheren Varianten „geringere Fassungsvermögen“ eines Taschachtalspeichers von nur mehr 75 Millionen Kubikmetern offen als „Nachteil“ bezeichnet

(Presseaussendung der TIWAG vom 10.2.2006).

 

Der jetzt geplante und laut TIWAG natürlich noch viel, viel optimalere Speicher im Platzertal hat nur mehr ein Fassungsvermögen von gerade einmal 42 Millionen Kubikmeter.

 

Was bedeutet das?

Wurscht! Die TIWAG lässt sich doch von den Fakten nicht ihre Propaganda hinmachen!

Richtig, wenn schon, dann braucht Tirol zusätzliche Energie im Winter. Derzeit kann das Kraftwerk Kaunertal rund die Hälfte des Stroms im Winter erzeugen. Mit einem so kleinen Speicher im Platzertal (der ja ständig abgearbeitet werden muss) würden zwei Drittel des Stroms im Sommerhalbjahr produziert und ein Drittel im Winter.  

 

Was für eine tolle Verlagerung!

Ins Sommerhalbjahr.

18.3.2023

Die Bundesforste sind Grundeigentümer im Platzertal

Die Bundesforste sind die Grundeigentümer im Platzertal

Gilt das nicht auch für das Platzertal?

Im Bundesforstegesetz von 1996, mit dem die Österreichische Bundesforste AG begründet wurde, sind ihre vordringlichen Aufgaben klar umrissen:

 

  • die Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkungen des Waldes sind bestmöglich zu sichern und weiterzuentwickeln
  • die Trink- und Nutzwasserreserven sind zu erhalten
  • die Interessen der Landwirtschaft, insbesondere der bergbäuerlichen Betriebe, sind zu berücksichtigen
  • die öffentlichen Interessen an ökologisch besonders wertvollen oder sensiblen Gebieten und Naturdenkmälern sind zu wahren

16.3.2024

Wovor hat die TIWAG solche Angst

Wovor hat die TIWAG solche Angst?

Ich habe in den vergangenen Wochen und Monaten mehrere sachliche Anfragen an den Vorstand der TIWAG und an zwei Projektleiter gerichtet.

Habe ich auch nur auf eine einzige eine Antwort bekommen? Nein.

Tut sie sich damit etwas Gutes. Auch nein.

 

Es muss eine interne Anordnung geben: Mit dem reden wir nicht. Man steht da offensichtlich in der großen Tradition des nicht minder großen Bruno Wallnöfer. Der hat ja sogar soetwas wie ein Hausverbot verordnet, obwohl ich ihn gar nie besuchen wollte.

Aus der Portierloge der TIWAG-Zentrale in Innsbruck

15.3.2024

Der Umhauser Bürgermeister ist ein ganz ein Lustiger

Der Umhauser Bürgermeister ist ein ganz ein Lustiger

In der Gemeinderatssitzung vom 9. Februar 2024 hat Jakob Wolf seinen Gemeinderat tatsächlich die Forderung nach einem Speicher im hinteren Ötztal als Hochwasserschutz für Umhausen beschließen lassen. Für Umhausen, das bekanntlich weitab von der Ötztaler Ache auf einem alten Murkegel liegt! Jenes Umhausen, wo’s aber vorn und hinten rumpelt (Horlachbach und Acherbach) und links und rechts (Leiersbach und Farstrinne).

Wenn sich der Bürgermeister darum kümmert, hat er mehr als zu tun braucht den Ventern keinen Stausee anwünschen.

An der Ache gibt es in Umhausen Probleme an der Gemeindegrenze zu Längenfeld, kilometerweit von jeder Siedlung entfernt, wo man was tun kann und gegenwärtig auch was tut. Und am anderen Ende, im Bereich Tumpen, wo man was tun kann und gegenwärtig auch was tut. Wobei hier schon zu sagen ist, dass die jüngst errichtete talsperrende Wehranlage des Kraftwerks Tumpen-Habichen und der dadurch erzeugte Rückstau die Gefährdung des Ortsteils nicht gerade vermindert hat.

Lugassn Seppele hätte gesagt: „A sie eppas tuat man en salt.“ Auf Deutsch: „Manchen Schaden fügt man sich selber zu.“ (Josef Santer, Sölden)

 

Als Bestätigung des hier Gesagten darf man nehmen, was Jakob Wolf auf der offiziellen Homepage der Gemeinde Umhausen stehen hat.

14.3.2024

TIWAG-Vorstände ohne Verantwortung

Sie haben nie eine Verantwortung

Sie können den Mund gar nicht voll genug nehmen. Luftschlösser bauen ohne Ende. Unrealisierbare Projekte wie die Ableitung der Ötztaler Bäche über zwanzig Jahre hinweg verfolgen ohne je Konsequenzen fürchten zu müssen. Hunderte Millionen beim Vorstandsfenster hinauswerfen.

 

Sieben sündteure TIWAG-Vorstandsmitglieder seit 2004, vier davon (und zusätzlich fünf von vorher) mit einer Pension, die man sich nicht vorstellen mag. Aber Verantwortung für ihr Tun (Projektleichen landauf landab, Cross-Border-Deals, Börsengeschäfte, Strompreisskandal …) und ihr Nichttun (Ausbau Windkraft, Photovoltaik, Biomasse, Netz …)? Fehlanzeige!

Geschützte Werkstätte quasi.

„Verantwortlich“ seit 2004:

Bruno Wallnöfer, Alfred Fraidl, Franz Hairer, Johann Herdina, Erich Entstrasser, Thomas Gasser, Alexander Speckle

13.3.2024

Eine Kühtrainschlucht ohne Wasser …

Eine Kühtrainschlucht ohne Wasser ...

… wäre wie ein Wald ohne Bäume,

… wie ein Sommer ohne Sonne,

… wie ein Herz ohne Liebe

Würden Gurgler und Venter Ache fehlen, verbliebe in der romantischen  Schlucht vor Sölden nur mehr ein kümmerliches Rinnsal.

12.3.2024

Der TIWAG ist nicht zu trauen

Der TIWAG ist nicht zu trauen. Nie und nirgends.

Fünfzehn Jahre lang sind die Stubaier belogen worden, der Vortrieb des Beileitungsstollens bis zur hintersten Wasserfassung am Fernaubach werde vom Kühtai aus erfolgen. Auch die dortigen Fensterstollen zu den Wasserfassungen Unterbergbach und Daunkogelfernerbach würden aus dem Berg heraus erfolgen. Damit werde auch das gesamte Ausbruchsmaterial ins Kühtai abtransportiert. Noch im UVP-Verfahren ist den Stubaiern das vorgegaukelt worden. Und so steht es auch im UVP-Bescheid.

Jetzt plötzlich, mittendrin im Baugeschehen, rückt die TIWAG – ätsch-bätsch! – mit der wahren Absicht heraus: Die Stubaier Stollen werden vom hinteren Stubai aus „hergestellt“, das heißt: gesprengt.

Die mündliche Verhandlung über diese „Modifikation“ findet am 15.3.2024 im Landhaus 2 in Innsbruck statt.

Und das ganze Ausbruchmaterial kommt auch nicht mehr ins Kühtai, sondern wird im Stubai end-deponiert.

159.000m³, falls es dabei bleibt, das sind zwei Fußballfelder nebeneinander elf Meter hoch aufgeschüttet.

Trau, schau wem!

Der TIWAG niemals!

11.3.2024

Die einzigartige Beratungsagentur der TIWAG

Die einzigartige Beratungsagentur der TIWAG

Um das Kaunertalprojekt vielleicht doch noch durchzudrücken, kauft die TIWAG teure Beratungsleistungen der Kommunikationsagentur Clavis (Innsbruck – Wien – Bozen – Bregenz) zu. Schon der Name, den sich die Firma 2019 gegeben hat, ist total einzigartig.  

 

So heißt ja sonst wirklich niemand. Fast.

 

Clavis heißen bloß schon Restaurants und Hotels, Softwarefirmen und Hardwarefirmen, Vermögensberater und Immobilienmakler, Getränkeproduzenten und Kirchenorgelhersteller, Eventveranstalter und Shoppingcenter, Ingenieurbüros und Logistikunternehmen, Möbelfabriken und Reiseanbieter und und und – in Österreich und weit darüber hinaus, von Deutschland bis Frankreich, von Großbritannien bis Indien und von den USA bis nach Russland.

Wirklich ein Welt-Name!

Ein Allerweltsname.

10.3.2024

Ab in die Tonne!

Ab in die Tonne!

Das Projekt der Kraftwerkskette Kaunertal-Prutz-Imst-Haiming ist Müll. Es gehört entsorgt.

Aber bitte nicht in die Bio-Tonne, das Projekt ist alles andere als „bio“. Da gehört es nicht hinein, schon deswegen nicht, weil ja das Wasser aus dem Ötztal mit dreckigem Importstrom ins Platzertal gepumpt würde.

Darin hätte das mit soviel personellen und finanziellen Aufwand auf soviel geduldiges Papier Geschriebene und Gedruckte auch gar nicht Platz. Da muss schon ein richtiger Abfallbehälter her für all die sinnlosen Planungen, Umplanungen und Fehlplanungen! Für all die gefälligen Gutachten und den ganzen Propagandaaufwand, der betrieben worden ist.

Aber, ach, auch dafür ist es zuviel Ramsch, der sich da in den vergangenen 20 (!) Jahren in der TIWAG in Sachen „Kaunertal-Ausbau“ angesammelt hat, auf dass selbst ein sogenannter Müllgroßbehälter ihn fassen könnte.

Es sind einfach zuviele Tonnen für diese Tonne.

 

Da muss am Ende schon ein richtig großer Container her, um den produzierten Abfall sachgerecht ein für alle Mal entsorgen zu können.

Das viele Papier gehört einem besseren Zweck zugeführt. Vielleicht kann es letztlich sogar zu etwas Sinnvollem recycelt werden.

9.3.2024

Die kleine, ständige ganz legale Korruption

Die kleine, ständige, unausrottbare
ganz legale Korruption der TIWAG

Es geht ums Ködern bei denen, wo man was plant, ums Bei-der-Stange-halten bei jenen, wo man schon ist.

 

Ein paar Hunderter da, ein paar Tausender dort, ob für die Schützenkompanie in Matrei i.O. (Projektgemeinde) oder fürs Rodelrennen in Umhausen (Standortgemeinde), den Radtag in Sölden (Projektgemeinde) oder den Gletschermarathon durchs Pitztal (Standortgemeinden), den Schlepplift in Gries (TIWAG-Baustelle) oder den Thermemlauf in Längenfeld (Standortgemeinde/Projektgemeinde), für den Eishockeyverein in Silz (Standortgemeinde/Projektgemeinde) oder den Publikums-Triathlon in Oetz (Projektgemeinde), die Schützengilde in Fließ (Standortgemeinde) oder das Racingteam Haiming (Projektgemeinde) und so weiter. Wie auch immer, wo auch immer.

 

Es ist nicht die Liebe des TIWAG-Vorstands zum Bauerntheater oder zu den Almabtrieben. Es ist Berechnung.

Die TIWAG kauft sich da wie dort Wohlwollen für billiges Geld. Unsriges. Aber es braucht dafür schon auch immer zwei: die Geberseite und die Nehmerseite, die Schnorrer und die Gönner.

Auf beide wirft das Geschäft kein gutes Licht.

8.3.2024

Versprochen, gebrochen – am Beispiel Gries

Versprochen. Gebrochen.
Am Beispiel Gries im Sulztal

2009

2024

2009

Und das ist erst der Anfang der „landschaftsangepassten Gestaltung“. Das ist nur das Auffangbecken mitten in der „attraktiven Kulisse für die Erholungsnutzung“. Ein Auffangbecken für das drohende Geschiebematerial, von dem in der bunten 28-seitigen Broschüre von 2009 nie die Rede war.

7.3.2024