Wie sich die TIWAG wichtige Leute ködert

Wie sich die TIWAG die für sie wichtigen Leute ködert

Anhand von vier Beispielen rund um den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Kühtai 2

Wichtig ist der Obmann der Agrargemeinschaft Längentalalpe. Er hat die Kantine für die Arbeiter im Kühtai bekommen und zu diesem Zweck ganz schnell im Mai 2021 mit zwei weiteren Personen die LEG Kantinenbetrieb Kühtai OG gegründet. Er ist auch Gesellschafter und Geschäftsführer der Erdbau und Deponie Kühtai GmbH.

Befangen als Gemeinderat der Projektgemeinde Haiming fühlt er sich aber nicht.

Wichtig ist der Bürgermeister der Projektgemeinde Längenfeld. Er hat als Unternehmer (15 Bagger, 20 LKWs) fürs erste fette Aufträge bei der Baustelleneinrichtung im Sulztal und beim Rückhaltebecken in Gries einfahren können.

 

Wichtig ist auch der Vizebürgermeister der Projektgemeinde Längenfeld. Der Großauftrag für Elektroarbeiten beim Krafthaus in Kühtai ist offenbar an seine Firma gegangen.

 

Die politischen Vertreter der Gemeinde Längenfeld haben sich nicht quergestellt dagegen, dass jetzt auf einmal der Fischbach-Zuleitungsstollen vom Sulztal aus gebohrt und gesprengt wird.

 

Wichtig ist „der Klier“ im Stubai, amtlich: die „Wintersport Tirol AG & CO Stubaier Bergbahnen KG“. Erinnerlich ist vielleicht noch, wie sie die von ihr szt. vorgebrachten schwerwiegenden Einwendungen gegen die geplanten massiven Eingriffe vier Tage vor der mündlichen UVP-Verhandlung in einem „Parteienabkommen“ mit der TIWAG fallen gelassen hat.

Dem Klier waren vorher hübsche jährliche Entschädigungszahlungen der TIWAG für die gesamte Bestandsdauer des Kraftwerks zugestanden worden.

 

Jetzt, da die TIWAG – entgegen allen Versprechungen – doch vom Stubai aus die Fensterstollen aus dem Berg sprengen will, hört man auch keinen Aufschrei des Liftbetreibers. Er soll dafür eine schöne Verbesserung der Piste im Bereich von ca. 3 ha bekommen. Das gesamte Ausbruchsmaterial (160.000 m³) wird nämlich in einen im Skigebiet bestehenden Geländegraben verbracht. „Der Deponiekörper“, verspricht die TIWAG, „wird nach Abschluss der Arbeiten standorttypisch gestaltet.“

Standorttypisch kann hier nur heißen: Skipiste. 

Im hier gelb markierten Bereich hat die TIWAG versprochen, dem Klier die bestehende Skipiste zu verbreitern und zu verbessern.

5.4.2024

Danke für alle Zuschriften, Informationen, Hinweise und Fotos.

 m.wilhelm@tirol.com